Ver­brau­cher­the­men

GEIG-Ge­setz treibt die Elek­tro­mo­bi­li­tät vor­an

Die Elektromobilität wird in Deutschland zunehmend gefördert. Mindestens sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeuge sollen bis 2030 in Deutschland zugelassen werden, um die Klimaziele zu erreichen – unabdingbar dafür ist ein solider Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Laut dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sei dafür im gleichen Zeitraum eine Million Ladepunkte notwendig. Damit dies möglich wird hat der Bundestag im Februar das GebäudeElektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) beschlossen.

Das GEIG-Ge­setz soll die Ver­bes­se­run­gen hin­sicht­lich der Lad­ein­fra­struk­tur in Ge­bäu­den be­schleu­ni­gen. Ei­nen ers­ten Ent­wurf hat­te das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und En­er­gie (BMWi) be­reits im ver­gan­ge­nen Jahr ver­öf­fent­licht. In der Fol­ge hat sich die Ko­ali­ti­on zu we­sent­li­chen Ände­run­gen im Ge­setz ab­ge­stimmt, die jetzt be­schlos­sen wur­den und in Kraft tre­ten.

Was setzt das Ge­bäu­de-Elek­tro­mo­bi­li­täts­in­fra­struk­tur-Ge­setz vor­aus?

Bei neu zu er­rich­ten­den Wohn­ge­bäu­den mit mehr als fünf PKW-Stell­plät­zen muss je­der Stell­platz nun mit ei­ner Lei­tungs­in­fra­struk­tur für Elek­tro­mo­bi­li­tät aus­ge­stat­tet wer­den. Die Lei­tungs­in­fra­struk­tur be­inhal­tet da­bei nicht die tat­säch­li­che Ver­le­gung von Elek­tro- und Da­ten­lei­tun­gen, son­dern le­dig­lich ge­eig­ne­te bau­li­che Vor­keh­run­gen dazu, wie z.B. die Aus­füh­rung von Leer­roh­ren oder Ka­bel­prit­schen und den er­for­der­li­chen Raum für den Ein­bau in­tel­li­gen­ter Mess­sys­te­me für ein La­de­ma­nage­ment. Bei grö­ße­ren Re­no­vie­run­gen be­ste­hen­der Wohn­ge­bäu­de mit mehr als zehn PKW-Stell­plät­zen muss je­der Stell­platz mit der Lei­tungs­in­fra­struk­tur für Elek­tro­mo­bi­li­tät aus­ge­stat­tet wer­den. Bei Nicht-Wohn­ge­bäu­den muss je­der drit­te Stell­platz mit der Lei­tungs­in­fra­struk­tur für Elek­tro­mo­bi­li­tät aus­ge­stat­tet wer­den. Zu­sätz­lich muss ein PKW-Stell­patz eine funk­ti­ons­fä­hi­ge La­de­ein­rich­tung für Elek­tro­fahr­zeu­ge ha­ben. Bei grö­ße­ren Re­no­vie­run­gen be­ste­hen­der Nicht-Wohn­ge­bäu­de mit mehr als zehn PKW-Stell­plät­zen muss je­der fünf­te Stell­platz mit der Lei­tungs­in­fra­struk­tur für die Elek­tro­mo­bi­li­tät aus­ge­stat­tet wer­den. Zu­sätz­lich muss ein PKW-Stell­patz eine funk­ti­ons­fä­hi­ge La­de­ein­rich­tung für Elek­tro­fahr­zeu­ge ha­ben. Bei be­ste­hen­den Nicht-Wohn­ge­bäu­den mit mehr als 20 PKW-Stell­plät­zen muss nach dem 1. Ja­nu­ar 2025 ein PKW-Stell­patz eine funk­ti­ons­fä­hi­ge La­de­ein­rich­tung für Elek­tro­fahr­zeu­ge ha­ben.

Ver­stö­ße kön­nen mit bis zu 10.000 Euro Buß­geld ge­ahn­det wer­den.

Aus­nah­men sind vor­ge­se­hen

Nicht-Wohn­ge­bäu­de, die sich im Ei­gen­tum von klei­nen und mitt­le­ren Un­ter­neh­men be­fin­den und über­wie­gend von die­sen selbst ge­nutzt wer­den, sind vom GEIG-Ge­setz aus­ge­nom­men. Au­ßer­dem sind Aus­nah­men vor­ge­se­hen, wenn bei grö­ße­ren Re­no­vie­run­gen be­ste­hen­der Wohn- und Nicht-Wohn­ge­bäu­de die Kos­ten für die Lade- und Lei­tungs­in­fra­struk­tur sie­ben Pro­zent der Ge­samt­kos­ten für die Re­no­vie­rung über­schrei­ten.

Bun­des­rat: Es be­steht drin­gen­der Hand­lungs­be­darf beim Aus­bau des Strom­net­zes

Der Bun­des­rat weist auf ei­nen Hand­lungs­be­darf beim Aus­bau des Strom­net­zes hin. Es müs­se aus­rei­chend Strom zur Ver­fü­gung ste­hen, wenn vie­le Ver­brau­cher sich gleich­zei­tig an den La­de­punk­ten be­die­nen. Hier sei die kom­mu­na­le Da­seins­vor­sor­ge ge­for­dert, um ei­ner Über­las­tung des öf­fent­li­chen Strom­ver­sor­gungs­net­zes ent­ge­gen zu wir­ken. Laut der Bun­des­re­gie­rung sei die all­ge­mei­ne Ver­pflich­tung der öf­fent­li­chen En­er­gie­ver­sor­ger vom GEIG-Ge­setzt un­be­rührt. Hin­sicht­lich des Aus­baus der Elek­tro­mo­bi­li­tät sei ein si­che­res, zu­ver­läs­si­ges und leis­tungs­fä­hi­ges En­er­gie­ver­sor­gungs­netz zu be­trei­ben, zu war­ten und be­darfs­ge­recht zu op­ti­mie­ren, zu ver­stär­ken und aus­zu­bau­en Sa­che der öf­fent­li­chen En­er­gie­ver­sor­ger.

Bund wird auf­ge­for­dert, das GEIG-Ge­setz im Jahr 2023 zu über­prü­fen

Der Bun­des­tag for­dert die Bun­des­re­gie­rung auf, be­stimm­te As­pek­te be­züg­lich der Eva­lua­ti­on des Ge­bäu­de-Elek­tro­mo­bi­li­täts­in­fra­struk­tur-Ge­set­zes in zwei Jah­ren zu über­prü­fen. Da­bei soll bei­spiel­wei­se ana­ly­siert wer­den, wie sich nach dem In­kraft­tre­ten des GEIG-Ge­set­zes die Elek­tro­mo­bi­li­tät, die Lad­ein­fra­struk­tur so­wie Kos­ten für die Haus­an­schlüs­se ent­wi­ckelt ha­ben. Ein Teil der GEIG-Evo­lu­ti­on ist au­ßer­dem ei­ner­seits die Aus­wer­tung von der staat­li­chen För­de­rung und an­der­seits von den ge­setz­li­chen Vor­ga­ben des GEIG. Dar­über hin­aus soll un­ter­sucht wer­den, in­wie­fern die­se zu den ge­nann­ten Ent­wick­lun­gen bei­ge­tra­gen ha­ben, und wel­che Hemm­nis­se für die Nut­zung von Lad­ein­fra­struk­tur be­ste­hen. Ein wei­te­rer wich­ti­ger Punkt be­trifft zu­dem an­de­re EU-Miet­glied­staa­ten: Wie setz­ten sie die Vor­ga­ben der EU-Ge­bäu­de­richt­li­nie zur Aus­stat­tung mit Lei­tungs- und Lad­ein­fra­struk­tur für die Elek­tro­mo­bi­li­tät in Ge­bäu­den um?

Quellen:
Auszug aus dem Dokumentations- und Informationssystem für Parlamentarische Vorgänge
Dokumente des Bundestags zum GEIG-Gesetz
geig-online.de

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